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Begegnungsfahrt nach Ungarn u. Rumänien

Insgesamt nahmen sechs Studenten aus Leipzig und vier Studenten der ungarischsprachigen Minderheit aus Rumänien an der Begegnungsfahrt teil. Auch wenn die Gruppe kleiner war als erhofft, wurde die Zielsetzung des Projektes erreicht. Auf dem Weg nach Rumänien legte die Gruppe aus Leipzig einen Zwischenstopp in Ungarn ein. Durch diesen erhielten die Teilnehmer wichtige Einblicke in die Geschichte und aktuelle politische Situation Ungarns. Zusätzlich half dies im Anschluss in der Begegnung mit ungarischsprachigen Minderheit in Rumänien, da die Geschichte und Situation dieser Minderheit in Rumänien nur in Verbindung mit der Geschichte und politischen Situation in Ungarn zu verstehen ist.

Die Einblicke in die Geschichte und politische Situation Ungarns erfolgte in Budapest durch den Besuch des House of Terror sowie Gespräche mit Dr. Gergely Rosta und P. Ulrich Kiss SJ. In diesen Gesprächen wurde die komplexe politische Situation Ungarns auch vor dem Hintergrund der Geschichte des Landes betrachtet. Der Verlust großer Landesteile am Ende des 1. Weltkrieges (so der Gebiete Transsylvaniens, wo die Begegnung im Anschluss stattfand), die Unterdrückung des Volkes in der NS-Zeit und zur Zeit des Kommunismus und die unzureichende Aufarbeitung dieser Geschichte spielen eine wichtige Rolle für das Verständnis der politischen Situation des Landes.

In Rumänien verbrachte die deutsche Gruppe dann 10 Tage mit einer Gruppe rumänischer Studenten. Der tägliche Tagesrückblick und Austausch in der Gruppe sowie der informelle Austausch in Gesprächen führte dazu, dass ein besseres Verständnis der jeweils anderen Lebensrealität, Kultur und Geschichte zu erhalten, den eigenen Glauben zu vertiefen und die eigene Situation in einem veränderten Licht zu sehen.

Wie geplant arbeiteten wir gemeinsam insgesamt drei Tage auf dem Bau einer teilweise verfallenen Kirche in Felldorf, einem Dorf etwa 30 km von Târgu Mureș. In diesem Projekt sind bereits etliche Studenten der dortigen Studentengemeinde engagiert. Die dortige evangelische Kirche war die Kirche der Deutsch-Rumänen. Von 13. Jahrhundert bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts war dieses Dorf mit Deutschen besiedelt. Aufgrund der Ereignisse im Anschluss an den zweiten Weltkrieg als auch während des Kommunismus und dann ab 1990, verließ die deutsche Bevölkerung nach und nach das Dorf. Studenten fragten sich, was der Sinn der Instandhaltung der Kirche sowie des angrenzenden Friedhofes ist. Letztlich konnte eine Parallele gezogen werden zur Situation in Leipzig. In Leipzig wurde die Universitätskirche mutwillig vom SED Regime zerstört. Die Kirche wurde wieder aufgebaut und wird jetzt eingeweiht, damit das Unrecht nicht am Ende siegt. Durch die Instandhaltung der Kirche und Renovierung des Friedhofes in Felldorf, hat das Unrecht – die Verfolgung und Vertreibung der Menschen – noch nicht vollständig gesiegt. Dies regte dazu an sich über den eigenen Glauben auszutauschen sowie die Frage zu beleuchten wie zu Zeiten des Kommunismus in Deutschland und Rumänien mit Kirche umgegangen worden ist.

Weiterhin besuchten wir ein Dorf in der Nähe und konnten mit dem dortigen Bürgermeister ein Gespräch führen. Die dortige Bevölkerung ist vollkommen überaltert, junge Menschen verlassen den Ort mangels Zukunftsperspektiven. Dies führte auch dazu, dass über die eigene Herkunft, die eigenen Wünsche, Hoffnungen, Träume, Sorgen und Nöte reflektiert wurde.

Durch den Besuch von Städten, die ursprünglich von Siebenbürgener Sachsen bzw. Ungarn errichtet wurden, sowie dem Besuch des Forums der Deutschen in Brasov wurde eine Reflexion über den Umgang mit Minderheiten erreicht. Hierbei geht es darum zu erkennen, wie Minderheiten in den beiden Ländern in der Vergangenheit und heute behandelt wurden und werden (so z.B. Freikauf von Rumäniendeutschen unter Ceausescu, Umgang mit Flüchtlingen, politische Rechte der Minderheiten in Rumänien).

 

Diese Fahrt erfolgte mit Unterstützung des Bonifatiuswerkes und der Stiftung ignatianischer Jugendpastoral. Herzlichen Dank!

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